Gott, die Nacht liegt vor mir.
Mein Körper sagt mir, dass er Ruhe braucht,
aber der Dienst beginnt jetzt.
Du siehst meine Müdigkeit,
meine schweren Augen,
meinen inneren Widerstand.
Ich bitte dich:
Geh diese Nacht mit mir.
Nicht irgendwo weit weg –
sondern ganz nah. Hier. Jetzt.
Gott, ich merke, wie meine Kraft begrenzt ist.
Wie schnell ich gereizt bin,
wie langsam meine Gedanken manchmal werden.
Ich bitte dich um das,
was ich mir selbst nicht geben kann:
Klarheit im Kopf.
Stabilität im Körper.
Ruhe im Herzen.
Gott, hilf mir, wach zu bleiben,
wenn alles in mir nach Schlaf ruft.
Hilf mir, aufmerksam zu bleiben,
wenn die Routine gefährlich wird.
Bewahre mich davor,
Fehler zu machen,
die aus Erschöpfung entstehen.
Leite meine Schritte,
meine Hände,
meine Entscheidungen.

Gott, du weißt, dass Nächte anders sind.
Still oder chaotisch.
Lang oder plötzlich zu kurz.
Manchmal einsam.
Manchmal überfordernd.
Ich bitte dich:
Halte mich innerlich zusammen,
wenn außen vieles gleichzeitig passiert.
Gott, wenn Stress aufkommt,
wenn Zeitdruck da ist,
wenn Erwartungen auf mir lasten,
dann hilf mir,
nicht hart zu werden.
Nicht kalt.
Nicht zynisch.
Schenke mir einen freundlichen Blick,
auch wenn mir nicht danach ist.
Gott, ich denke an die Menschen,
denen ich heute Nacht begegne.
An Kolleginnen und Kollegen.
An Menschen, die Hilfe brauchen.
An alle, die ebenfalls müde sind.
Schenke uns gegenseitig Respekt,
Geduld und Menschlichkeit.

Gott, ich bitte dich um Schutz.
Für diese Stunden.
Für alle Wege.
Für jede Situation,
die ich noch nicht kenne.
Bewahre mich vor Unfällen,
vor falschen Entscheidungen,
vor Überforderung.
Halte deine Hand über diese Nacht.
Gott, es gibt Momente in der Nacht,
da fühlt man sich allein.
Abgeschnitten vom normalen Leben.
Während andere schlafen,
funktionieren wir weiter.
Ich bitte dich:
Lass mich spüren,
dass ich nicht allein bin.
Dass du mich siehst.
Auch jetzt.
Gott, wenn Zweifel kommen,
wenn Gedanken kreisen,
wenn Sorgen lauter werden,
dann bring Ordnung in mein Inneres.
Lass mich Schritt für Schritt gehen.
Nicht alles auf einmal.
Nur das,
was jetzt dran ist.
Gott, und wenn diese Nacht vorbei ist,
bitte ich dich um Erholung.
Um echten Schlaf.
Um Abschalten.
Um Loslassen.
Hilf mir,
den Körper zur Ruhe zu bringen
und die Gedanken still werden zu lassen.
Gott, ich lege diese Nachtschicht in deine Hände.
Alles, was war. Alles, was kommt.
Alles, was ich trage. Begleite mich.
Trage mich.
Und bring mich gut
durch diese Nacht.
Amen.
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Nachtarbeit gehört zu den grössten Herausforderungen, die ich in meinem Leben erlebt habe. Es gab Nächte, in denen ich nur noch funktioniert habe: durchhalten, Kaffee trinken, weitermachen. Körperlich müde, innerlich oft leer.
Und doch habe ich gerade in dieser Zeit viel über mich selbst gelernt. Über meine Grenzen, meine Kraft – und darüber, was mir wirklich wichtig ist.
Heute weiss ich: Nachtarbeit muss nicht nur ein Kampf sein. Sie kann auch eine Chance werden. Eine Chance, neue Routinen zu entwickeln, bewusster mit sich umzugehen und sich selbst besser kennenzulernen.
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