Allein in die Ferien zu gehen wirkt auf viele befremdlich. Oft höre ich die Frage: „Warum nimmst du nicht deinen Mann mit? Oder eine Freundin?“ Früher hat mich das genervt. Heute verstehe ich: Allein zu reisen ist bei uns nicht selbstverständlich. Es fällt auf. Und wenn ich dann im Hotel allein am Tisch sitze, spüre ich die Blicke, von anderen Gäseten, ob ich will oder nicht. Beim Frühstück. Beim Abendessen. Im Wellnessbereich. Allein zu sein kann irritieren, andere und auch mich selbst.
Ich liebe die Stille. Aber sie fällt mir nicht immer leicht.
Es gibt Momente, da vermisse ich meinen Mann sehr. Einschlafen ist oft das Schwierigste. Dieses Gefühl, allein im Zimmer zu sein, ohne vertraute Stimme, ohne Nähe, ohne Routine. Doch am Ende fahre ich jedes Jahr erholt nach Hause. Zufrieden. Klarer. Manchmal sogar leichter als zuvor. Und genau darum tue ich es.

In meinem Alltag bin ich oft für andere Menschen da.
Als Seelsorgerin begleite ich Menschen in Krisensituationen, in der Psychiatrie oder im Altenheim. Das sind intensive Begegnungen. Sie schenken Sinn. Und sie hinterlassen Spuren. Ich höre zu, halte aus, begleite. Die Geschichten der Menschen verschwinden nicht immer mit dem Feierabend. Manche begleiten mich noch lange, unbewusst, irgendwie. Ich merke das oft erst später. Dann, wenn mein Körper müde wird, wenn meine Seele sich nach Stille sehnt.
Dann weiss ich, dass es mehr braucht als einen ruhigen Abend. Jedes Jahr im Herbst merke ich deutlich: Jetzt ist Zeit fürs Anhalten. Zeit, an der ich nichts leisten muss. Zeit, in der ich niemandem Stärke beweisen muss. Zeit nur für mich, aber nicht um zu fliehen, sondern um zurück zu kehren, wieder zu spüren, wer ich bin.
Es geht darum, dass ich alles verarbeiten kann, was ich das Jahr über erlebe. Bei der Arbeit, in der Freizeit, mit der Familie, mit meinem Mann. Vor allem und am wichtigsten aber: das verarbeiten, was das Erlebte bei mir auslöst.
Dieses Jahr sass ich am ersten Abend allein im Restaurant.
Ein schön gedeckter Tisch, fünf Gänge, fremde Stimmen, warme Beleuchtung. Ich war irgendwo zwischen Unsicherheit und Freiheit. Mein eReader lag neben mir, ich schrieb meinem Mann Nachrichten, verbunden und doch allein. Es war ungewohnt. Und es war gut. Nicht alles, was ungewohnt ist, ist unangenehm. Manches bringt uns dorthin, wo wir schon lange hinwollen.

Der Herbst ist für mich die beste Zeit dafür.
Wenn die Luft kühler und das Licht weicher wird, verändert sich etwas in mir. Die Natur wird leiser und ich werde es auch. Ich denke langsamer, ich atme tiefer. Gebet entsteht dann oft von selbst. Kein langes Gebet, kein Erklären. Manchmal sage ich nur: Gott, ich bin hier. Mehr braucht es nicht.
In diesen Tagen entdecke ich das Gebet wieder als Raum.
Nicht als Pflicht. Als Ort, an dem ich nichts beweisen muss. Wo ich nichts produzieren oder erklären muss. Ich glaube, Gebet beginnt dort, wo ich ehrlich werde, auch wenn ich noch keine Antworten habe. Dort beginnt Heilung. Nicht auffällig. Aber spürbar.
Dieses Jahr war ich im Schwarzwald.
Manchmal verbringe ich meine Auszeit im Kloster. Diesmal wollte ich etwas anderes: Natur, Wellness, Ruhe für mich und Zeit mit Gott, alles zusammen. Das Naturparkhotel Grüner Baum war genau das, wonach ich suchte: 👉 http://schwarzwald-naturparkhotel.com
Das Schwarzwald Hotel befindet sich in Todtnau-Muggenbrunn, einem idyllischen Luftkurort, umgeben von der wunderschönen Natur des Feldbergs und Belchens.
Im gemütlichen Schwarzwald-Zimmer konnte ich meine Gedanken ordnen, meine Gebete sprechen, Vergangenes loslassen und neuen Mut finden. Neben dem kleinen, aber sehr angenehmen Wellnessbereich im Grüner Baum ist es kostenlos möglich, im Partnerhotel 👉 https://www.schwarzwald-waldhotel.de/de/ zu verweilen.
In den beiden Wellnessbereichen habe ich nicht nur den Körper entspannen können, sonder auch meine Seele.
In meiner Auszeit merke ich jedes Jahr, wie eng Körper und Seele miteinander verbunden sind.
Wenn mein Kopf voller Gedanken ist, spannt sich mein Körper an. Wenn mein Herz müde wird, spüre ich es oft zuerst in meinen Schultern. Und wenn der Alltag laut wird, halte ich manchmal sogar den Atem an, ohne es zu merken.
Darum tut es mir so gut, wenn ich beides ansprechen darf: meinen Körper und meine Seele. Im Hotel ging ich in die Sauna, bewegte mich im Wasser, ruhte im Liegestuhl. Und gleichzeitig liess ich innerlich los: Gedanken, Erwartungen, Aufgaben.
Wellness ist für mich nicht Flucht, sondern ein Weg zurück zu mir. Mein Körper kann dann abschalten, und meine Seele folgte nach.
Ich habe gelernt: Manchmal beginnt Heilung, wenn ich spüre, was mein Körper braucht. Und manchmal beginnt Gebet, wenn ich merke, dass mein Herz sich öffnet, ohne viele Worte.

Für mich gehören Körper und Seele zusammen.
Und wenn beide Raum bekommen, entsteht etwas, das schwer zu beschreiben ist, aber gut tut. Es fühlt sich an wie: Ankommen. Vielleicht kann ein Spaziergang das sein. Oder ein warmes Bad. Oder ein tiefes Ausatmen, bevor der Tag beginnt. Wir müssen nichts „richtig“ machen. Aber wir dürfen hinhören: Was braucht mein Körper heute? Was braucht meine Seele? Und wie darf Gott beidem nahe sein?
Wir beten:
Gott, du kennst meine Müdigkeit.
Du siehst, was mich fordert,
und was mir Kraft gibt.
Schenke mir Zeiten, in denen ich aufatmen darf.
Zeige mir Wege, die mir guttun
und Menschen, die mich nicht überfordern.
Sprich in meine Stille hinein –
damit ich dich wieder spüren kann.
Amen.
Mein Segen für dich:
Gott segne dich mit innerer Ruhe
und mit Mut zur Pause.
Mit Augen, die das Gute sehen
und mit dem Vertrauen
in deinen eigenen Rhythmus.
Mögest du Orte finden,
an denen deine Seele atmet,
dein Körper sich entspannt
und dein Herz leichter wird.
Amen.

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